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Der Villengarten des Hauses Schminke

Wer sich am Tag des offenen Denkmals für das ‚Haus Schminke‘ im sächsischen Löbau interessierte, erlebte am 11. September 2011 etwas ganz Besonderes: DATAflor-Mitarbeiter Sandro Wolff nahm in seinem mitreißenden Kurzvortrag „Villengarten Schminke“ die Besucher mit auf eine Zeitreise in den rekonstruierten Garten des Jahres 1933.

Das ‚Haus Schminke‘ ist eines der weltweit bemerkenswertesten Wohnhäuser des 20. Jahrhunderts und gilt als Hauptwerk von Architekt Hans Sharoun in der Sparte Wohnen. Der Bau, denkmalgeschütztes Beispiel für die Stilrichtungen „Neues Bauen“ und „International Style“, wurde exakt auf die funktionalen und ästhetischen Bedürfnisse seines Bauherren Fritz Schminke zugeschnitten. Der Nudelfabrikant gab seinem Architekten und späteren Freund Hans Sharoun 1930-33 die Gelegenheit und auch die finanzielle Freiheit, seine Visionen von modernem Wohnen „Haus werden“ zu lassen. Bereits 26 Jahre nach seiner Fertigstellung wurde das Haus Schminke als revolutionäres Architekturwerk der Moderne denkmalrechtlich erfasst und 1978 schließlich unter Denkmalschutz gestellt.

Nach einer Führung und Schilderung seiner wechselvollen Nutzungsgeschichte wartete im Keller des extravaganten Hauses ein besonderes Bonbon auf den architekturinteressierten Besucher: Sandro Wolff, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitektur und DATAflor-Mitarbeiter, gewährte Einblick in seine spannenden Forschungsergebnisse zum Villengarten des Hauses Schminke. Nach zwei Jahren sorgfältiger Recherche war seine Diplomarbeit „Digitale Beiträge zum Denkmalwert einer Außenanlage“ entstanden. Wolff forschte anhand von Film- und Fotomaterial, historischen Aufzeichnungen, Zitaten, Zeichnungen und Plänen aus der Literatur und dem Sharoun-Nachlass, ja sogar archäologischen Funden aus dem Gartenteich. Höhepunkt seiner Recherchearbeit war ein Treffen und Interview mit der heute 80jährigen Helga Zumpfe, Fritz Schminkes jüngster Tochter, die das Haus mit ihrer Familie von 1933 bis 51 bewohnte und die für ihn wichtigste Zeitzeugin zur Rekonstruktion des Gartens war.


Wolff präsentierte zunächst den zweidimensionalen Bestandsplan von heute, blendete dann effektvoll über in den rekonstruierten Garten der 30er Jahre und machte die damalige Gestaltung und Nutzung des Garten sichtbar und erlebbar. Die Einfriedung im Osten, die Holzbrücke mit Brückenbank, der (heute nicht mehr vorhandene) Pavillon, der Heidegarten, die beiden Teiche und viele andere Elemente des ursprünglichen Schminke-Gartens erwachten wieder zum Leben. 

Die Zuhörer waren besonders beeindruckt von der interdisziplinären Tragweite der Diplomarbeit: Wolffs Ergebnisse sind nicht nur von objektplanerischer und architektonischer, sondern auch kunst- und kulturhistorischer, archäologischer, denkmalpflegerischer und sogar wissenschaftshistorischer Tragweite: u.a. räumt seine Forschung mit der bis dato verbreiteten Ansicht auf, der Garten des Hauses Schminke sei vom Landschaftsarchitekten-Ehepaar Hermann Mattern und Herta Hammerbacher entworfen worden. Zwar war das Paar mit den Schminkes befreundet, aber Wolff weist nach, dass der Villengarten in seiner ursprünglichen Form bereits 1916 existierte.

Am Ende seines spannenden Vortrags nahm Sandro Wolff die faszinierten Zuhörer mit auf einen digitalen Rundgang in Form einer Kamerafahrt durch den von ihm rekonstruierten Garten von 1933. Sollte sich eines Tages ein Sponsor finden, der willens und in der Lage ist, den ‚Garten Schminke‘ wieder in seinen Urzustand zu versetzen: Sandro Wolffs Diplomarbeit hat alle Fundamente hierfür geschaffen!

 

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Rundgang durch den Garten von 1933:


 
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