Fachthema Massenermittlung

Fachthema Massenermittlung

Wie schützen sich Landschaftsarchitekten vor Fehlern in der Massenermittlung?

Ein Interview mit Hans-Gerhard Voß, DATAflor AG

Falsche Mengen- und Massenermittlung im Kostenanschlag oder in der Ausschreibung – ein schlimmer Fehler, der nicht nur zu Streitigkeiten und wirtschaftlichen Verlusten führt, sondern auch einen beträchtlichen Imageschaden hinterlässt, denn: „… sowas darf doch ausgerechnet meinem Büro nicht passieren!“…. Gibt es einen zuverlässigen Schutz vor solchen Fehlern? CAD-Spezialist Hans-Gerhard Voß im Fachgespräch.

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„Die korrekte Massenermittlung“ und „Änderungsverfolgung in der Ausschreibung“ – das sind zurzeit die Themen in sehr vielen Vorträgen und Veranstaltungen von und für Landschaftsarchitekten. Warum ist das so wichtig?

Hans-Gerhard Voß: Weil eine falsche Massenermittlung und Differenzen zwischen Plan und Leistungsverzeichnis für beide Seiten ein riesiges Ärgernis sind. Sowohl für den Planer, über dem das Risiko hoher Nachträge mit unklarer Haftungssituation schwebt, als auch für den Baubetrieb, der dadurch falsche Kalkulationsgrundlagen und falsche Grundlagen für seine Arbeitsplanung, Materialbeschaffung und Arbeitsorganisation in den Händen hat. Unnötig zu sagen, was für eine explosive Mischung in Sachen Stress und Streitpotenzial das ist.

Was kann ein Landschaftsarchitekt tun, um im schwierigen Planungsalltag zwischen kreativem Entwurf und nervenaufreibender Bauleitung diesen Stress und dieses Streitpotenzial zu vermeiden?

Hans-Gerhard Voß: Das Geheimnis ist, für die technischen Aspekte eine geeignete technische Lösung einzusetzen. Ein „Digitales Geländemodell“ und eine „Automatische Mengenverfolgung“ zum Beispiel schützen zuverlässig vor Fehlern in den Mengenberechnungen. Die Voraussetzung ist aber, dass diese digitalen Organisationswerkzeuge strategisch und intelligent in die Organisationsstrukturen des Büros implementiert sind. Ein Landschaftsarchitekt, der auf diese Weise arbeitet, nutzt das CAD-System im Grunde nicht mehr als „Zeichenwerkzeug“, sondern als „Informationswerkzeug“.

Was ist der Unterschied zwischen einem „Zeichenwerkzeug“ und einem „Informationswerkzeug“?

Hans-Gerhard Voß: Nehmen wir ein Beispiel: Ein Zeichenwerkzeug (z.B. herkömmliche CAD-Systeme) zeichnet zwei Polylinien, verbindet sie, hängt daran die Beschriftung „Weg“, versieht sie vielleicht noch mit einer Schraffur, damit man auch sieht, dass es ein Weg ist, oder legt das Foto einer hübschen Pflasterfläche auf den Weg. Ein Informationswerkzeug hingegen (z.B. LANDXPERT) definiert eine Fläche „Weg“ und holt sich alle nötigen Informationen dazu aus einer Datenbank. Es verwaltet und überwacht alle planerischen und baulichen Details zu dieser Fläche: von Kostengruppen über Nutzungsarten bis hin zur Ausschreibungsposition, ergänzt durch alle erdenklichen Zusatzinformationen, wie z.B Schichtaufbauten, Erdmassen, Kostenansätze, Zeitansätze, statistische Informationen, bürointerne Grafik, Beschriftungsstandards und vieles mehr. Änderungen im Plan werden auf allen Informationsebenen nachgeführt. Anhand dieses Beispiels will ich deutlich machen, wie das „Informationswerkzeug CAD“ zuverlässig vor Fehlern in der Massenermittlung schützt. Denn bei dieser Arbeitsweise entsteht eine konsistente Planung, die jede Änderung automatisch mitführt. Natürlich auch die Mengen. Dasselbe Prinzip wird übrigens auch für eine Vielzahl anderer Aufgabenstellungen – z.B. für landschaftsplanerische Aufgaben und z.B. im Flächenmanagement – genutzt. Die Übersichtlichkeit für den Anwender ist bestechend.

Das klingt sehr verlockend, aber wie sehen solche „Organisationsstrukturen“ konkret im Arbeitsalltag aus? Zieht das nicht eine riesige Menge von Änderungen der Arbeitsabläufe im Tagesgeschäft nach sich?

Hans-Gerhard Voß: Das kommt darauf an, wie organisiert das Büro schon vorher gearbeitet hat. Organisation ist eine Grundvoraussetzung, die Installation eines CAD-Systems löst nicht alle Sorgen und Nöte wie von Zauberhand. Gehen Sie die organisatorischen Fragen systematisch an: Übertragen Sie die Verantwortung einem kompetenten Mitarbeiter aus Ihrem Büro oder nutzen Sie die Spezialisten der CAD-Softwarehäuser oder Beratungsunternehmen. Unsere Mitarbeiter stellen immer wieder fest, dass in den allermeisten Fällen ein kleiner Schritt reicht, um Planungsaufgaben zu lösen, die bisher nur schwer lösbar erschienen, und Arbeitsstrukturen so zu ordnen, dass sowohl die Freude an diesen Aufgaben wächst als auch die Wirtschaftlichkeit.

Wie sieht eine solche „Anwendungsberatung“ konkret aus?

Hans-Gerhard Voß: Ich bezeichne die konkrete Beratung eines Landschaftsarchitekturbüros bei der Implementierung der richtigen CAD-Software gern als „learning on demand“. Wir stellen ein umfangreiches Schulungsangebot zur Verfügung, gleichzeitig betreuen unsere Fachberater die aktuellen Aufgaben und Projekte via Online-Beratung. Der Anwender lernt nur das, was er gerade braucht – konkret an seinem Projekt – in der Zeit, die ihm gerade zur Verfügung steht, ohne Zeitverzug. Wenn Sie ein Gefühl dafür bekommen möchten: unsere Mitarbeiter stellen Interessierten gern in einer kurzen Online-Beratung das Prinzip vor. Das sind 30 Minuten, die gut investiert sind.

Unterstützen Sie die Büros auch bei Fragen, die nicht zwingend mit der Anwendung der Software zu tun haben?

Hans-Gerhard Voß: Aber ja. Genau das ist das spannende für unsere Mitarbeiter – etwa die Hälfte sind selbst Landschaftsplaner und Architekten. Neben ihren Tätigkeiten an den Ausbildungsstätten mit Lehraufträgen und Gastvorlesungen sind das immer wieder willkommene Herausforderungen. Einige Kunden binden unser Beratungsteam bereits in der Phase der Projektvorbereitung mit ein und bereiten allen Planungsprozessen damit eine optimale Grundlage. Denn wir befinden uns in der dritten Softwaregeneration, sind weit über die GAEB–Übergabe hinaus und nutzen bereits im Plan Standardleistungsverzeichnisse und Mustertexte, um in wenigen Handgriffen aus der grafischen Kostenschätzung das Leistungsverzeichnis zu entwickeln.

Thema Risiken und Lösungsansätze bei falschen Massenermittlungen: wo kann man sich noch informieren?

Hans-Gerhard Voß: Der bdla bietet laufend Informationsveranstaltungen zum Thema an. Auch bei DATAflor gibt es eine Linkliste und viele Zusatzinformationen zum Thema - rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir eine 
E-Mail: voss@dataflor.de.

 

Die dritte Software-Generation: Plan und Kostenschätzung/Ausschreibung sind zwei Seiten einer Medaille

 

Beispiel Rückbau Sportplatz: Einsatz des DGM für verlässliche Massenermittlung - von der Kostenschätzung bis zur Ausschreibung

Autor:

Hans-Gerhard Voß

Dipl.-Ing. für Gartenbau

DATAflor

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